Wenn wir etwas machen sollen, bitte sagen.

Kürzer nehmen oder irgendwas. Nein, meine Nachbarn brauchen nichts zu tun, der Sichtschutz, den ich aufgebaut habe, um Baika den Blick auf deren Hund zu versperren, reicht völlig. Dass ich das allerdings gefragt werde… das passiert zum allerersten Mal. Eine schöne Erfahrung.

Dass mein liebes Hundetier nicht das einfachste Wesen auf der Welt ist, das ist jedem klar, der uns etwas besser kennt. Kann nicht allein bleiben, schnell gestresst, reaktiv, sehr sensibel, nur schwer auszulasten – vor allem jetzt, da es heiss ist. Heute waren es 38° und ich merke, wie Baika gestresst ist. Wir machen nicht viel. Sie liegt unter dem Wohnmobil, macht die nötigen Schritte auf die Wiese, um sich zu versäubern, taucht die Füsse in den nahen Bach. Blöderweise muss ich natürlich tagsüber arbeiten, so dass wir nicht einfach gleich im Wasser campen können.

Die Nachbarn, welche heute Abend angekommen haben, reisen mit einem freundlichen Pudelrüden und um den Stress einfach von Anfang an zu vermeiden, habe ich einen kleinen Sichtschutz aufgebaut und die Besitzer informiert, dass ich das mache, damit Baika gechillt hier liegen kann. Normalerweise gucken die Leute, wenn ich Kontrollfunktionen wahrnehme, andere Hunde rigoros aus der Nähe meines Stellplatzes wegschicke oder sonstwie meinen Job als Baikas Beschützerin wahrnehme. Mein neuer Nachbar jedoch hat das nicht. Stattdessen bittet er darum, dass ich es sage, wenn sie etwas tun könnten, um die Situation zu verbessern. Es ist ein selten schönes und angenehmes Erlebnis, auf Unterstützung und Verständnis zu stossen.

Baika liegt jetzt, mit diesem kleinen Schutz, ruhig auf ihrem Platz schräg hinter mir. Noch scannt sie die Umgebung, aber bald wird sie sich wieder verkriechen und die Hitze durchstehen, und ich freue mich still und leise weiter über meine freundlichen Nachbarn.

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