Ich habe früher schon Nordlichter gesehen. Einmal vor drei Jahren irgendwo in Deutschland, einmal vor zwei Wochen, ein ganz leichtes Schimmern über dem Horizont. Aber das gestern, das war anders. Es war intensiv, es war zauberhaft, überraschend, schön. Ein Wunder.
Gar nicht mal so bunt. Rotschimmer gab es, ja, aber die intensiven Schlieren am Himmel, die waren weiss mit leichtem Grünstich. Sie zogen sich über den dunklen Nachthimmel, ganz so, als wäre da eine Wolkenschnur hell erleuchtet, bloss ohne Lichtquelle, ohne Scheinwerfer, ohne – nichts. Das Licht kam von nirgendwo her, es war einfach da. Eisig kalt war es draussen und das Licht hat sich wieder und wieder verändert, und vielleicht hätte ich länger schauen sollen, wer weiss. Dann hätte ich vielleicht auch intensives Rot gesehen und intensives Grün, aber was ich gesehen habe, das war ein Wunder.
Ein Wunder, weil ich es noch nie gesehen habe. Es war wohl schon immer da, seit es die Sonne und die Erde gibt, aber für mich, für mich war es neu. Ich habe etwas Neues gesehen, etwas, das mich hat Staunen lassen. Auch heute waren wieder Lichter am Himmel, und erneut konnte ich staunen ab den neuen Formen, die anders waren als gestern Nacht.
Meine Versuche, die Lichter mit meiner Handykamera aufzufangen, waren kläglich, aber an die Grösse dieser Lichter kommt keine Kamera, kein Druck, kein Monitor der Welt heran. Sie haben sich über den ganzen Himmel gespannt, waren vor mir, über mir, hinter mir. Ein Wunder, ein wahres Wunder, das zu erleben ich die Möglichkeit hatte. Es war so schön, ein Teil dieses Ortes zu sein, dieses Momentes, dieses Gefühls.




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